Aggression - Ein Urtrieb des Menschen

Aggression ist zunächst fest in unseren Gehirnen angelegt. Sie ist genetisch verankert und ein Bestandteil des Überlebenstriebes des Menschen. Aggression wird bzgl. des Wortstammes aus dem lateinischen agredere abgeleitet. Agredere bedeutet übersetzt: Sich zubewegen auf...

 

Aggression - Eine Form des Zubewegens auf die Welt

Somit ist die Aggression eine in uns innewohnende Kraft, die den Menschen in die Lage versetzt, sich aktiv auf seine Umwelt zuzubewegen. In diesem Sinne kann auch aktive Kommunikation zunächst als ein aggressiver Akt verstanden werden. 

 

Ich, Hunger und Aggression

Auch Nahrungsaufnahme, das Kauen kann als Aggression bzw. aggressive Handlung bezeichnet werden: Wir nehmen meist ein zuvor getötetes Tier, eine Pflanze oder eine Frucht in unsere Hände oder zerschneiden diese mit einem Messer. Anschließend spießen wir die Nahrung mit einer Gabel auf oder beißen hinein. Die Nahrung wird dabei zerstört. In unserem Mund kauen wir darauf herum und schlucken die zerkleinerte Nahrung schließlich hinunter. Ein hochaggressiver Akt, der jedoch meist unbewusst ist. Aggression begleitet jeden Menschen daher täglich. Aggression wird meist in der Kiefermuskulatur simuliert.

Daher wird jedes Aggressionsgefühl auch von einer erhöhten Spannung in der Kiefermuskulatur begleitet. Aggression hat in unserer Gesellschaft jedoch meist eine negative Wertung.

 

Aggression vs. Gewalt 

Zu unterscheiden ist Aggression vor allem von der Gewalt, welche die Handlung darstellt, die aus dem Gefühl der Aggression hervorgehen kann. Aggression ist die Emotion, Gewalt die Handlung.

 

Aggressionen, Kontrollverlust und Klaus Kinski

Wie man in dem Video mit Klaus Kinski sehr gut sehen kann, ist Aggression ein sehr starker Affekt, welcher dem Aggressor ein gewisses Maß an Befriedigung bringt.

Der Umwelt allerdings fällt der Umgang mit diesem Kontrollverlust schwer.

 

Kinski wäre bei diesem Dreh beinahe ums Leben gekommen, da die Indios in diesem Video dem Regisseur angeboten hatten, Kinski zu töten. Die Indios sind solche Formen des Gefülsausbruches nicht gewohnt und lösen Konflikte friedlich und ritualisert.

Aggression, Gewalt als Befriedigung

Da ein Trieb, so auch die Aggression, immer auch nach Befriedigung drängt, wird nach und während einer aggressiven Handlung ein Botenstoff, das Dopamin, im Gehirn frei. Dopamin bewirkt die Empfindung eines Glücksgefühls und Befriedigung. 

Aggression kann daher süchtig machen. Es gibt somit Menschen, die Aggressionen und Gewalt ausüben, nur um dieses Gefühl erneut zu erleben.

Aggression: Der Trieb und Hemmung: Was kann Aggressionstherapie bewirken ?

Bei einer Aggressionstherapie muss berücksichtigt werden, dass Aggression an sich ein Trieb ist. Ein Trieb, der, wenn er lediglich verdrängt oder kompensiert wird, ohne ihn entsprechend zu organisieren, früher oder später ausser Kontrolle geraten kann. Triebe können langfristig nicht verdrängt werden.

 

Aktuelle Aggression organsieren und alte Aggressionen aufarbeiten

Triebe wie Agressionen, Hunger, Sexualität müssen angemessen organisiert werden.

Ziel der Aggressionstherapie ist daher nicht die Reduktion des Triebes der Aggression per se, sondern die Fähigkeit zu erlangen, sich in bestimmten Situationen für oder gegen Aggression entscheiden zu können, somit Aggression mehr oder weniger bewusst zu hemmen. Genauso wichtig ist daher, gehemmte und verdrängte Aggression aufzuarbeiten und angemessen leben zu lernen.

 

Angemessene vs. unangemessene Aggression

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema der Angemessenheit der Aggression:

Angemessene Aggression bedeutet, dass Mittel und Ziel im ausgewogenem Verhältnis stehen. 

Bei der Aggressionsstörung ist dieses Verhältnis aus dem Gleichgewicht geraten.

 

Genetik, Biologie und Erziehung 

Die Fähigkeit, Aggression zu organisieren ist einerseits abhängig von der in dem jeweiigen Menschen innewohnenden Triebstärke, den Reizen, die Aggression auslösen und der Fähigkeit diesen Trieb zu hemmen und an passender Stelle auszuleben.

Allein diese Möglichkeiten sind in Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt. 

Genetik, Biologie und Erziehung entscheiden somit im Orchester der Aggression, welches Lied der Gewalt oder Nicht-Gewalt spielbar ist.

 

Die Stirnhirnkontrolle ist entscheidend

Um den Trieb der Aggression hemmen oder kontrollieren zu können ist ein Hirnareal entscheidend: der sogenannte präfrontale Cortex. Dieser Bereich im Gehirn liegt im vorderen Bereich des Gehirns, dem Stirnhirn. Ohne Stirnhirn ist keine Kontrolle von Aggression möglich, wie oben aufgeführter Bericht anschaulich darstellt.

Bei einer Aggressionsstörung gelingt es dem Betroffenen nicht, einen Wutanfall oder eine anbahnende Gewalt aus eigener Kraft zu hemmen. 

Dipl. Psych. Michael Kopper Aggressionstherapeut

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