Phasen der Therapie - Aggressionstherapie (Antiaggressionstherapie)

Nach der Überprüfung der Motivation im Erstgespräch und der Erhebung der Befunde in der Diagnostikphase kann die Behandlung eingeleitet werden.

 

1. Phase: Herstellung von Orientierung über die Problematik

In der ersten Phase geht es in Antiaggressionstherapie vorwiegend um die Herstellung eines Verständnisses der Zusammenhänge über die Problematik und um die Aufklärung über Behandlungsmöglichkeiten. In dieser Phase stellen wir ein Arbeitsbündnis mit dem Teil der Persönlichkeit her, welcher sich hilfesuchend an uns wendet.

 

2. Phase: Erste Herstellung von Selbstkontrolle

In der zweiten Phase der Antiaggressionstherapie besteht das Ziel darin, über Techniken und neue Verhaltensweisen einen ersten Wiedergewinn der Orientierung und Kontrolle zu erlangen. Hier werden die Möglichkeiten, einen alternativen Umgang mit den vorhandenen Gefühlszuständen und den körperlichen Erregungszuständen auf der Verhaltensebene, erarbeitet. Über ein spezielles Körpertraining kann das körperliche Aggressionsniveau deutlich gesenkt und kanalisiert werden. In dieser Phase geht es nicht darum, jegliche Aggressionen zu verbannen, sondern sich Möglichkeiten von konstruktiver Veränderung der Aggressionen in Form von Sport oder beruflicher Veränderung zu erarbeiten. Ab hier kann im Sinne der Schadensbegrenzung eine erste Veränderung stattfinden.

 

3. Phase: Umtrainierung, Desensibilisierung und neurofunktionale Veränderung                  

In der dritten Phase der Antiaggressionstherapie tritt der Patient in eine Verarbeitungs- und Desensibilisierungsphase ein, wodurch die neurofunktionale Grundlage der vorhandenen Aggression verändert werden kann. Durch einen dialektischen Bündniswechsel kommt es paradoxerweise zur Übersteuerung der Aggressionen in Bezug auf bestimmte Auslösesituationen aus Gegenwart und Vergangenheit. Nachdem zunächst kognitive Strategien und Verhaltensstrategien erlernt wurden, setzt nun ein neurologisches und emotionales Lernen ein. Die emotionale Reaktion auf die Umwelt kann über Verarbeitungstechniken und EEG-basiertem Neurofeedbacktraining direkt verändert werden. Dies hat nicht nur eine autonome innere Beruhigung, sondern auch die Änderung des problematischen, aggressiven Verhaltens zur Folge. Die Intensität der Aggression kann damit nun deutlich gesenkt werden und blockiert nun nicht mehr das Denken, sowie die kontrollierte Handlung. Der Organismus lernt, spontan angemessen zu reagieren.

 

4. Phase: Neuorientierung und Integration der Veränderung

Ab nun ist der Patient in der Lage sich in bestimmten Lebenssituationen für oder gegen die Aggression zu entscheiden. 

In der vierten Phase der Antiaggressionstherapie kommt es zur Neuorientierung und zur Integration in den Lebensentwurf. Hierbei wird der Patient begleitet, mit seinem veränderten inneren Erleben einen alternativen Lebensentwurf zu gestalten. Zwischen unangemessener Aggression und berechtigter Wut kann nun auch emotional unterschieden werden.

 

Der Betroffene wird dadurch deutlich beweglicher und gesellschaftsfähiger.

Zum Ende werden die Veränderungen über EEG-Ableitungen gemessen und dokumentiert.

 

Hiermit kommt es dann zum Abschluß der Therapie.

 

Dipl. Psych. Michael Kopper Aggressionstherapeut

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